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Der Notfallplan

Einigen von euch ist vielleicht aufgefallen, dass es hier etwas ruhiger war in den letzten Tagen. Leider musste eine Familie aus unserem engen Bekanntenkreis einen schweren Schicksalsschlag erleiden. Mich hat das extrem mitgenommen und die virtuelle Welt ist in weite Ferne gerückt… Wir alle hören tagtäglich so viele schlimme Dinge und immer denkt man „zum Glück ist mir das nicht passiert!“. Und plötzlich passiert es doch und das Schicksal trifft einem mit voller Wucht… 

Diese traurige Erfahrung gibt mir nun Anlass, über ein etwas spezielleres Thema zu schreiben. Ich habe diesen Text schon länger in der „Pipeline“, wusste aber nie recht, ob ich ihn veröffentlichen soll. Doch jetzt gerade ist mir danach…

Zugegeben, das Thema ist etwas schräg, beziehungsweise unüblich und es steht auch nicht im Zusammenhang mit dem, was passiert ist aber genau genommen sollten wir uns alle mal Gedanken darüber machen. Ich bin mega gespannt auf eure Reaktionen!

DER NOTFALLPLAN

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich zufällig in eine Dokumentation rein „gezappt“ über die Schicksale der Überlebenden des Tsunamis in Asien 2004.

Es hat mich unwahrscheinlich beschäftig und ich quälte mich mit der unlösbaren Frage, wie ich wohl reagiert hätte in dieser Situation mit meinen zwei kleinen Kindern.. Vom Sofa aus sagt es sich natürlich leicht, ich hätte ALLES gegeben um meine Kinder zu retten genauso, wie dies tausende Mütter und Väter versucht und trotzdem nicht geschafft haben…😢 Aber die Realität sieht ganz anders aus. All die vielen kleinen Babys und Kinder die sterben mussten. Ooooh dieses Leid.. Mir schnürt es die Kehle ab😭

Sie alle waren absolut chancenlos – wie hätten sie es denn schaffen können…?? Die Welle war zu gross, sie waren zu klein, konnten nicht schwimmen, nicht klettern, nicht schnell genug rennen… Sogar als es vorbei war, war der Wasserstand immer noch meterhoch, selbst diejenigen, die die Flut vielleicht wie durch ein Wunder überstanden hatten, sind nacher trotzdem ertrunken. Wie in einem Pool. Es ist so unvorstellbar schrecklich …

Was mich aber besonders beeindruckt hat, war die Tatsache, dass ein gewisses Buch „Schwarm“ einigen Menschen dort das Leben rettete! In diesem Roman ging es unter anderem um einen Tsunami. Der Autor beschrieb dieses Naturschauspiel so präzise, dass einige seiner Leser sofort realisierten was da am Strand von Ko Samui abgeht und sich in Sicherheit bringen konnten! Diese kleine, zufällige „Vorbereitung“ rettete ihnen das Leben!

Ich fragte mich, wie und ob ich mich auf eine Katastrophe vorbereiten könnte. Seit diesem Film versuche ich, mir eine Art Notfall Plan zurecht zu legen. Natürlich weiss ich, dass man nie vorhersehen kann, was passiert und selbst wenn man es wüsste, sähe es in der Realität nochmals ganz anders aus… Aber so ein kleinwenig Vorbereitung oder „Training“ kann schon viel bewirken und gibt einem das Selbstvertrauen, im Ernstfall eher einen kühlen Kopf bewahren und wichtige Entscheidungen treffen zu können.. Ähnlich wie beim Nothelferkurs. Zudem trägt man als Eltern die Verantwortung für (mindestens) ein anderes Menschenleben und das allein genügte mir, um mich damit auseinanderzusetzen .. 

Ich überlegte, was bei uns Zuhause alles passieren könnte. Tsunamis, Flutwellen, Vulkane und Hurricanes können wir hier in der Schweiz ja grundsätzlich schon mal ausschliessen… Da wären Überschwemmungen, Erdbeben, Flugzeugcrashs (wer wie wir, nahe am Flughafen wohnt, hat das immer präsent!), Feuer im Haus und was natürlich ganz schlimm wäre aber gar nicht mal so abwegig; das Forschungszentrum CERN, mit Standort Genf, hätte einen Unfall, würde schweizweiten Alarm auslösen und man müsste binnen 10 Minuten in einem Luftschutzbunker sein.

Ganz ehrlich; wie vorbereitet wärt ihr?? Wüsstet ihr, wohin rennen? Was würdet ihr alles mitnehmen? Was, wenn ein Kind zu diesem Zeitpunkt bei der Oma ist? Ihr im Supermarkt? Oder, ihr habt 3 Kinder und müsstet um euer Leben rennen? WAS WÜRDEST DU TUN?

Schon allein der Versuch, auf diese Fragen eine Antwort zu bekommen machte mir deutlich, wie absolut überfordert ich in so einer Ausnahmesituation wäre! Das wollte ich ändern und ich machte mich schlau. 

Auf meiner Suche bin ich gleich auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz der Schweiz gelandet. Und siehe da, sie haben sich ausführlich auf solche Fragen vorbereitet. 
Zu lesen sind dort viele wichtige Informationen und eine Anleitung zum Erstellen eines Notfallplans. Dessen Vorbereitung 15 Minuten eurer Zeit beansprucht, um euch im Ernstfall hoffentlich das Leben zu retten!

Hier der Link:

https://www.alert.swiss/de/vorsorge/notfallplan.html

Dort stehen Dinge wie

⁃ was man alles im Luftschutzkeller bereitstellen sollte 
⁃ Dass wichtige Papiere wie Pass/ID, Impfausweise, Standesamtliche Dokumente usw. ALLER Familienmitglieder zusammen an einem Ort und schnell griffbereit gelagert werden sollen
⁃ Das man eine Liste erstellen soll mit wichtigen Telefonnummern wie Aufsichtspersonen (Lehrer der Kinder, Tagesmutter…), Notruf, Ambulanz, Feuerwehr etc. Ich habe die Notruf Nummer unter „A Notruf“ im Handy gespeichert, damit sie gleich als erstes in der Kontaktliste erscheint.
⁃ Das man sich mögliche Fluchtwege ausdenken soll, sowie mindestens eine Alternativroute um beispielsweise die Stadt schnellstmöglich verlassen zu können, sowie eine um Nachhause zu kommen.
⁃ Unersetzbare Dinge wie Fotos lassen sich auf einem externen Speicher gut und platzsparend aufbewahren 

Ich empfehle euch dringend, mal dort reinzuschauen! (Dies ist übrigens keine Werbung!)

Ich weiss natürlich, wo sich unser Luftschutzkeller befindet und wie man die Türe öffnet und sicher verschliesst. Bei Feuer im Haus weiss ich, welcher Weg mich am schnellsten in Sicherheit bringt. Da wir im Parterre wohnen, können wir aus jedem Raum sofort ins Freie gelangen. Ich werde mir eine handlichen Koffer vorbereiten. Darin wird ALLES aufbewahrt, was mir lieb und teuer ist; Einen USB-Stick mit allen Fotos, meine Babyalben, U-Hefte der Kinder, persönliche Gegenstände wie der Ring meiner Grossmutter, einfach all die unersetzbaren Dinge. Eine ausrangierte Tragehilfe – um die Hände frei zu haben.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Katastrophe hier in der Schweiz nahe bei Null. Und natürlich hoffe ich inständig, dass niemand von uns jemals eine solche erleben muss. Genauso sehr muss ich aber auch erwähnen, dass man es einfach nie wissen kann!🤷🏻‍♀️

Und wenn mir dieser ganze Aufwand wenigstens nur das GEFÜHL gibt, vorbereitet zu sein und meine Kinder schützen zu können, war es mir das schon wert. 

Das wars auch schon😉

Ich entlasse euch nur ungern mit solchen Denkanstössen ins Wochenende… Geniesst es darum für einmal wieder ganz bewusst und seid dankbar, für all die lieben Menschen und schönen Dinge in eurem Leben! Wir können und müssen einfach jeden Tag dankbar sein, für unser Leben, dafür, dass es uns gut geht und wir in einem sicheren Land leben und zumindest einige unserer Träume verwirklichen können! Denn wir wissen einfach nicht, was Morgen sein wird…

Vielen Dank fürs Lesen und teilhaben an meinen absurdesten Gedanken 🤗

Happy and safe Days!🙏🏼

Eure Rebekka

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